Baum des Jahres 2012 - Die Lärche
Nachdem letztes Jahr die Elsbeere zu Ruhm und Ehre kam, wurde dieses Jahr nun die Lärche vom Kuratorium  zum Baum des Jahres 2012 gewählt. Als einziges heimisches Nadelholz (Konifere), das seine Nadeln im Herbst verliert, ist die Lärche ein sehr außergewöhnlicher Baum. Ihre Nadeln, die sehr stumpf, weich und sehr biegsam sind, wachsen gebüschelt an den Kurztrieben und sind zwischen 10 und 30 mm lang. Zu finden ist die Lärche vor allem in alpinen Hochlagen.
Laerche_Zweige+Zapfen.jpg
   An frischen Langtrieben der Lärche sind zumeist auch Nadeln zu finden. Sie fallen jedoch spätestens nach vier Jahren ab, damit die Lärche auch bei Frost an Sonnentagen nicht vertrocknet. Dann betreiben die Nadeln nämlich zwar weiterhin Photosynthese, jedoch ist der Stamm gefroren, damit die Lärche auch bei Temperaturen von bis zu -40°C überleben kann.

   Die Borke der Lärche ist in ihrem Jugendalter glatt und wird zu einer dicken, tief rot gefurchten grau-braunen waldbrandschützenden Borke. Sie wird oft mit der Rotbuche (fagus silvatiga) aufgeforstet und nach 100 bis 140 Jahren gefällt. Das Lärchenholz gilt als eins der härtesten und schwersten Hölzer Europas, das vor allem in der Bau- und Möbelindustrie weiterverarbeitet wird. Durch seinen hohen Harzanteil ist auch sehr gut für den Parkett-, Außenbereich-, Erd-, Wasser- und Bootsbau geeignet. Außergewöhnlich macht die Lärche noch, das die Tannine ihrer Borke leder bis fast schwarz färben. Als Heilpflanze wird die Lärche gegen Hautleiden oder Verdauungsprobleme eingesetzt.

   Die wichtigsten Lärchenarten der Gattung Pinaceae sind die Europäische Lärche (larix decidua), die bis zu 800 Jahre alt und bis zu 45m hoch wird, die Japanische Lärche (larix kaempferi, benannt nach ihrem Entdecker Engelbert Kaempfer) und ihrem Hybriden larix eurolepis. Die europäisch-japanische Hybridlärche ist an die neuen klimatischen Verhältnisse wie der zunehmenden Trockenheit viel angepasster als ihre „Eltern“.

   Vermutet wird, dass die Lärchen die Eiszeit in den Karpaten verbracht haben und danach wieder in die Alpen rückwanderte, wo ihr heutiger Lebensraum liegt. Sie wachsen, solange der Boden nicht zu nährstoffarm und sandig ist, mit ihren tiefen Herzwuzeln bis auf einer Höhe von 2500m über Normalnull, wo sie oft mit der Zirbelkiefer (pinus cembra) ein Ökosystem bildet.

   Die Lärche benötigt im Gegensatz zur Zirbel jedoch sehr viel Licht, wodurch sie im Laufe der Zeit von der Zirbel verdrängt wurde. Als großer Feind beider Arten gilt jedoch der periodisch wiederkehrende Lärchenwickler, eine Art Schmetterling. Seine Hauptnahrung besteht aus Lärchennadeln, sofern diese nicht mehr vorhanden sind, frisst jedoch auch die immergrüne Zirbelkiefer kahl. Durch erhöhten Verbiss und nicht zuletzt menschliche Eingriffe kann der montane Lärchenwald erhalten werden. Er spielt eine lebenswichtige Rolle im Ökosystem als Schutz vor Erosion und Lawinenabgang.